Nach der jüngsten Schließung eines großen und in der gesamten Region bekannten Modegeschäfts im Seltersweg fordert der JU Stadtverband Gießen von der Gießener Stadtpolitik einen Pakt für den Seltersweg. „Die kürzliche Schließung sollte ein Warnsignal für Oberbürgermeisterin und Magistrat sein, denn es wird immer deutlicher, dass der Seltersweg an Attraktivität verliert. Anstelle nahezu tatenlos zuzuschauen, bedarf es einer wirksamen Gegensteuerung in Form eines Gesamtpaketes.“, sagt die Vorsitzende Kathrin Schmidt.

Um die Menschen wieder nach Gießen zu locken, könnte es bereits helfen, an einem bestimmten Tag, vorzugsweise an mehreren Samstagen im Monat, deutlich günstigere Parkgebühren zu erheben. Hierzu könnte der Magistrat Gespräche mit dem Innenstadthandel führen, ob Parkgebühren bei Einkäufen verrechnet werden könnten. Insgesamt sei darauf zu achten, dass die Innenstadt auch für Einkaufspendler aus dem Umland gut erreichbar bleibe und auch künftig ausreichend Stellplätze verfügbar seien. Es sei hierbei zur Kenntnis zu nehmen, dass die allermeisten Kunden aus dem Umland mit dem PKW in die Stadt kommen, um hier durch Einkäufe den Innenstadthandel zu unterstützen. „Aus dem Gießener Umkreis hört man immer wieder, dass man aufgrund der weitreichenden Gebührenpflicht die Gießener Innenstadt meide. Dann bestellt man lieber bequem online oder man weiche auf Einkaufszentren aus. Aber auch das von der Hessischen Landesregierung überarbeitete Ladenöffnungsgesetz bietet - vorbehaltlich der Verabschiedung durch den Landtag - einen weiteren Spielraum für die Stadt Gießen für weitere mögliche verkaufsoffene Sonntage, weil der Katalog zu Öffnungsfreigaben erweitert wurde.“, so Pressesprecher Maximilian Roth.

Im Zusammenspiel mit weiteren Pull-Faktoren könnte man so auch über den Seltersweg hinaus den Einzelhandel stärken. Einen interessanten Ansatz hierzu bieten sogenannte „Bonus-Systeme“, die in Städten wie Bochum oder Nettetal bereits eingeführt worden sind. Mittels einer „GießenCard“ könnten Kunden durch Einkäufe bei teilnehmenden Geschäften Punkte sammeln und sparen. Dies könne dann u.a. auch mit reduzierten Parkgebühren kombiniert werden. Die Einführung eines solchen Systems könnte auch für Gießen geprüft werden.

Dass dieses Punktesystem nicht nur auf den Seltersweg beschränkt werden müsste, würde die Attraktivität des gesamten Standorts Gießen stärken.
„Diesbezüglich erwarten wir eine deutliche Reaktion und ein sichtbares Konzept seitens der handelnden Entscheidungsträger“, fasst Schmidt zusammen.

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